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Die Kunst des Erwachsenseins – warum Spielen nicht verlernt werden sollte

21. Juni 2026

Kinder spielen, ohne darüber nachzudenken, ob es sich “auszahlt”. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich dieses Verhältnis: Je mehr Verantwortung übernommen wird, desto mehr scheint auf dem Spiel zu stehen – und desto seltener wird dem Leben tatsächlich noch mit spielerischer Leichtigkeit begegnet.

Verantwortung als Ernsthaftigkeitsfalle

Es gibt einen verbreiteten, selten explizit ausgesprochenen, Automatismus: mehr Verantwortung gleich mehr Ernsthaftigkeit, mehr Ernsthaftigkeit gleich weniger Spiel. Dieser Automatismus wirkt zunächst plausibel – schließlich hat unbedachtes Verhalten in Situationen mit hohem Einsatz reale Konsequenzen.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass dieser Automatismus einen Denkfehler enthält: Er setzt Spiel mit Unbedachtheit gleich. Tatsächlich lässt sich Spiel jedoch auch als eine klare innere Haltung verstehen – unabhängig davon, wie ernst die jeweilige Situation objektiv ist.

Spielen als Haltung, nicht als Kindheitsphänomen

Der Begriff des Spiels wird hier nicht auf kindliches Zeitvertreiben reduziert, sondern als eine übertragbare innere Qualität verstanden: die Fähigkeit, sich auf etwas Neues, Unbekanntes, Unsicheres einzulassen, ohne das Ergebnis bereits vollständig zu kontrollieren – verbunden mit einer Leichtigkeit im Umgang mit dem eigenen Tun.

Diese Qualität unterscheidet sich deutlich von Nachlässigkeit. Sie beschreibt vielmehr eine besondere Form konzentrierter Offenheit: ernsthaft bei der Sache, ohne sich selbst dabei übermäßig ernst zu nehmen.

Frankl: Sinnorientierung und Humor als Doppelstrategie

Bei Viktor Frankl finden sich zwei scheinbar gegensätzliche, tatsächlich eng verbundene Grundmotive: einerseits die tiefe Ausrichtung des Menschen auf Sinn, andererseits die Bedeutung von Humor und Selbstdistanz. Diese Kombination ist kein Widerspruch, sondern eine notwendige Ergänzung. Reine Sinnorientierung ohne jede Leichtigkeit droht in Verkrampfung umzuschlagen; reine Leichtigkeit ohne jede Sinnorientierung bleibt oberflächlich.

Spielerische Elemente bewusst integrieren

Kontrolle zeitweise bewusst loslassen. Nicht jede Situation erfordert vollständige Steuerung. Räume, in denen Ergebnisse offen bleiben dürfen, begünstigen oft überraschende Ergebnisse.

Fehler als Teil des Spiels behandeln. In spielerischen Kontexten gehören Fehler selbstverständlich dazu – diese Haltung lässt sich auch auf ernsthaftere Kontexte übertragen.

Regelmäßig bewusst “zweckfreie” Zeit einplanen. Aktivitäten ohne unmittelbaren Nutzen fördern häufig indirekt Kreativität und mentale Erholung.

Fazit

Die eigentliche Kunst des Erwachsenseins besteht nicht darin, das Spielen durch zunehmende Kontrolle zu ersetzen, sondern den spielerischen Entdeckergeist bewusst (wieder) zuzulassen – als Ausdruck einer verantwortungsvollen und zugleich freien Lebenshaltung.

Reflexionsfrage: Wann haben Sie sich zuletzt bewusst auf etwas Ungewisses eingelassen, ohne das Ergebnis im Voraus zu kennen?

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Idee, Kernaussagen und thematische Ausrichtung dieses Artikels stammen von Theresa Dum, LL.M. – die sprachliche Ausformulierung entstand unter Zuhilfenahme eines KI-Sprachmodells.