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„AM-possible“: die Essenz eines sinnorientierten Menschenbildes

20. Juli 2026

Der Mensch ist weder vollständig durch seine Bedingungen bestimmt noch vollständig frei von ihnen. Zwischen beidem liegt ein Raum – klein oder groß, je nach Situation –, in dem sich echte Freiheit ereignet: die Freiheit, zu den eigenen Umständen Stellung zu nehmen und das eigene Leben an dem auszurichten, was einem wirklich wichtig ist.

Bedingt, aber nicht determiniert

Viktor Frankl bringt diesen Gedanken in einem prägnanten Satz auf den Punkt: Der Mensch sei nicht frei von seinen Bedingungen, wohl aber frei, zu diesen Bedingungen Stellung zu nehmen. Diese Formulierung unterscheidet sorgfältig zwischen zwei Ebenen: der Ebene der Fakten – all dem, was gegeben ist und sich nicht einfach wegdenken lässt – und der Ebene der Haltung, die dazu eingenommen wird.

Diese Unterscheidung ist mehr als eine sprachliche Feinheit. Sie widerspricht sowohl einem reinen Determinismus, der den Menschen vollständig auf seine Bedingungen reduziert, als auch einer naiven Vorstellung grenzenloser Selbsterfindung. Der Mensch bleibt an reale Umstände gebunden – und ist zugleich nie vollständig durch sie festgelegt.

Drei Bausteine eines Grundgedankens

Dieser Gedanke hinter "AM-possible" lässt sich in drei Bestandteilen greifbar machen:

  1. Der erste Bestandteil "AM" betrifft das Sein: den Menschen in seiner Einzigartigkeit, mit seiner individuellen Geschichte, seinen Werten und seiner Würde – einer Würde, die nicht von Leistung oder äußeren Umständen abhängt, sondern im Personsein selbst begründet liegt.

  2. Der zweite Bestandteil "-" betrifft den Raum dazwischen: jenen Freiheitsraum, in dem Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Dieser Raum ist nicht grenzenlos – er bewegt sich immer innerhalb realer Bedingungen –, aber er ist auch nicht bedeutungslos. In ihm entscheidet sich, wie mit dem Gegebenen umgegangen wird.

  3. Der dritte Bestandteil "possible" betrifft die Möglichkeit: die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Leben am Sinn auszurichten, statt es dem puren Zufall oder äußeren Erwartungen zu überlassen.

Zusammengenommen verbinden diese drei Bestandteile zwei Dimensionen, die oft getrennt betrachtet werden: das, was bereits ist, und das, was noch werden kann.

Warum Veränderung keine Selbst-Neuerfindung braucht

In vielen populären Vorstellungen von persönlicher Entwicklung wird Veränderung mit Neuerfindung gleichgesetzt: der neue Job, das neue Image, die neue Version seiner selbst. Aus existenzanalytischer Sicht greift dieses Verständnis zu kurz.

Veränderung beginnt demnach nicht damit, sich selbst neu zu erfinden, sondern mit etwas Grundlegenderem: dem bewussten Wahrnehmen des eigenen Seins – also dem, was tatsächlich bereits da ist, mit allen Stärken, Grenzen und Widersprüchen – verbunden mit der Freiheit, im Einklang mit den eigenen Werten zu handeln.

Dieser Unterschied ist bedeutsam. Wer sich neu erfinden möchte, geht implizit davon aus, dass das Bisherige unzureichend oder falsch war. Wer hingegen zunächst wahrnimmt, was bereits ist, kann von einer anderen Grundlage aus handeln: nicht aus Ablehnung des Gegebenen, sondern aus bewusster Stellungnahme dazu.

Die Rolle der Werte

Zentral für diesen Prozess ist die Frage nach den eigenen Werten. Bedingungen – Herkunft, Umstände, vergangene Entscheidungen – lassen sich nicht beliebig verändern. Wohl aber lässt sich klären, wofür man in Anbetracht dieser Bedingungen eintreten möchte. Diese Klärung ist kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess: Werte werden nicht ein für alle Mal festgelegt, sondern immer wieder neu hinterfragt, entschieden und verwirklicht.

Klar denken, echt fühlen, mutig handeln

Diese knappe Formel lässt sich als praktische Übersetzung des beschriebenen Grundgedankens verstehen.

Klar denken bedeutet, die eigenen Bedingungen nüchtern wahrzunehmen, ohne sie zu beschönigen oder zu dramatisieren – als Voraussetzung dafür, überhaupt bewusst dazu Stellung nehmen zu können.

Echt fühlen bedeutet, die eigene emotionale Reaktion auf diese Bedingungen ernst zu nehmen, statt sie zu unterdrücken oder zu überspielen. Gefühle liefern wichtige Hinweise darauf, was einem tatsächlich wichtig ist.

Mutig handeln schließlich bedeutet, aus dieser Klarheit und Echtheit heraus tatsächlich tätig zu werden – wohl wissend, dass Handeln in einem nicht vollständig kontrollierbaren Rahmen immer ein gewisses Risiko birgt.

Fazit

Der Mensch ist weder vollständig durch seine Bedingungen bestimmt noch vollständig frei von ihnen. Zwischen beidem liegt ein Raum – klein oder groß, je nach Situation –, in dem sich echte Freiheit ereignet: die Freiheit, zu den eigenen Umständen Stellung zu nehmen und das eigene Leben an dem auszurichten, was einem wirklich wichtig ist.

Reflexionsfrage: Zu welcher aktuellen Bedingung in Ihrem Leben haben Sie noch keine bewusste Stellung bezogen?

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Idee, Kernaussagen und thematische Ausrichtung dieses Artikels stammen von Theresa Dum, LL.M. – die sprachliche Ausformulierung entstand unter Zuhilfenahme eines KI-Sprachmodells.